Die Psychiatrie ist ein Teilgebiet der Humanmedizin. Im Zentrum stehen die Diagnostik, Behandlung und Erforschung seelischer Störungen. Seit dem Jahr 1994 ist in Deutschland die Weiterbildung in einem psychotherapeutischen Richtlinienverfahren für den Abschluss der psychiatrischen Facharztausbildung obligatorisch. Die frühere Kombination der Teilgebiete Psychiatrie und Neurologie und der verliehene Facharzttitel »Nervenheilkunde« wurde aufgegeben. Gemäß Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer aus dem Jahr 2003 gibt es nur noch die Bezeichnungen »Fachärztin bzw. Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie« sowie »Fachärztin bzw. Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie«.
Im Unterschied zu psychologischen Psychotherapeut*innen nehmen Psychiater*innen auch körperliche Untersuchungen vor bspw. zum Ausschluss somatischer Ursachen für das Vorliegen psychischer Symptome. Als Ärzt*innen sind sie berechtigt Medikamente zu verordnen (insbesondere Psychopharmaka wie bspw. Antidepressiva), Überweisungen zu tätigen und AU-Bescheinigungen auszustellen.   

Um nach abgeschlossenen Medizinstudium in Deutschland Psychiater*in tätig zu werden, bedarf es einer mindestens fünfjährigen Weiterbildung. Diese beinhaltet:


● dreijährige Tätigkeit in der stationären Patientenversorgung
● allgemeiner Psychiatrieteil
● spezieller Psychotherapieteil und Selbsterfahrung
● einjährige Tätigkeit im Bereich der Neurologie (Erkrankungen des Nervensystems)
● max. zweijährige ambulante Tätigkeit
● ggf. ein Jahr Schwerpunktweiterbildung bspw. Forensische Psychiatrie (Verknüpfung    Psychiatrie und Recht, Behandlung und Begutachtung von Straftäter*innen).