Die Berufsbezeichnung »Heilpraktiker*in« ist durch das 1939 eingeführte Heilpraktikergesetz (HPG) geschützt. Heilpraktiker*innen üben ihre heilkundliche Tätigkeit ohne Approbation aus. Sie arbeiten auf Grundlage einer behördlichen Genehmigung, die nach einer Überprüfung durch die örtlichen Gesundheitsämter erteilt wird. Eine besondere Ausbildung ist nicht vorgeschrieben. In der ersten Durchführungsverordnung zum Heilpraktikergesetz werden lediglich Mindesanforderungen  zum Schulabschluss (mind. Hauptschulabschluss), zum Mindestalter (25 Jahre), zur gesundheitlichen und "sittlichen" Eignung (ärztliches Attest und Führungszeignis) festgelegt. Die Überprüfung durch das zuständige Gesundheitsamt besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Prüfungsteil. Wird die Gesamtprüfung erfolgreich absolviert, dürfen eigenständig Heilbehandlungen, auch Psychotherapien, durchgeführt werden. Es wird auch die Möglichkeit geboten sich nur auf das Gebiet der Psychotherapie zu beschränken. Dieser sogenannte »kleine Heilpraktikerschein« wird ebenfalls erst nach einer Überprüfung durch das zuständige Gesundheitsamt ausgestellt. Diese Variante wird auch von Psycholog*innen und Ärzt*innen in Anspruch genommen, die eine Weiterbildung in einem Nichtrichtlinienverfahren (bspw. Systemische Therapie, Gestalttherapie) absolvierten.
Die Kosten einer, von einer Heilpraktikerin bzw. einem Heilpraktiker durchgeführten, Psychotherapie werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen und sind selbst zu tragen. Die Honorare für eine Stunde schwanken sehr stark und liegen häufig zwischen 60 und 120 Euro. Einige gesetzliche und private Krankenkassen bieten Behandlungen bei Heilpraktiker*innen als kostenpflichtige Zusatzleistungen an. In Abhängigkeit vom jeweiligen Anbieter, werden die Behandlungskosten dann anteilig oder bis zu einer festgeschriebenen Stundenzahl übernommen. Patient*innen sollten sich vorher gut überlegen, ob sie bei einer Person, die auf Grundlage des Heilpraktikergesetzes heilkundlich tätig ist, in Behandlung begeben wollen. Auf Grund der fehlenden Ausbildungsvorschriften entspricht die Behandlung nicht immer den wissenschaftlichen Standards, wenn es natürlich auch Heilpraktiker*innen gibt, die eine akademische Qualifikation in Bereichen der Humanmedizin, Pädagogik, Psychologie, Sozialwissenschaften oder Philosophie erworben haben oder eine abgeschlossene Ausbildung im Gesundheitsbereich vorweisen können.